Zu den Inhalten springen

Weiterbildungsverbund Allgemeinmedizin Frankfurt am Main

Dr. med. Almut Körner, Initiatorin und Koordinatorin des Weiterbildungsverbundes Allgemeinmedizin FFM
Warum Hausarzt werden?

Weshalb haben Sie, Frau Dr. Körner, den Weiterbildungsverbund mit der GNEF und dem Klinikum Höchst gegründet?

Welche Chancen und Ziele sehen Sie im Vergleich zur herkömmlichen Weiterbildung?

„Wer eine Facharztausbildung in einem „Krankenhausfach“ anstrebt, bekommt  einen Ausbildungsvertrag bis zum Facharzt und kennt sein Gehalt. Als werdender Facharzt für Allgemeinmedizin hingegen musste man sich bisher nicht nur mit häufigen Stellenwechseln, sondern auch oft genug mit fragwürdigen Vergütungsstrukturen auseinandersetzen.

Wir wollen qualifizierte Hausärzte für unsere Region gewinnen, weil der Hausarztmangel auch bei uns bereits beginnt spürbar zu werden.

Wir möchten Lern- und Arbeitsbedingungen schaffen, in denen man als Allgemeinarzt/ärztin gut in einen Beruf hineinwachsen kann, in dem man am Ende „sein eigener Chef“ ist – dazu gehören auch Führungsverantwortung, politischer Weitblick, betriebswirtschaftliche Kenntnisse - alles keine Bestandteile der universitären Ausbildung!

Für die kommenden Ärzte möchte ich, dass eine gute und nahtlose Weiterbildung in der Allgemeinmedizin nicht mehr nur „Glückssache“ ist, sondern zum Recht für den Nachwuchs auch in unserer Fachgruppe wird.“

Dr. med. Martina Teschner, Weiterbildungsassistentin Allgemeinmedizin

Frau Dr. Teschner, Sie sind derzeit im Frankfurt Westen in der Weiterbildung Allgemeinmedizin als „Quereinsteigerin“, denn Sie haben bereits einen Facharzt für Anaesthesie „in der Tasche“. Was hat Sie motiviert, sich als Hausärztin zu qualifizieren?

Wie erleben Sie derzeit die Weiterbildung in unserer Region und was wünschen Sie Ihren Nachfolgern?

"An der Allgemeinmedizin reizt mich vor allem die Vielfältigkeit,  wir behandeln  Patienten vom Kind bis zum alten Menschen, vom Schnupfen bis zum chronisch schwer kranken Patienten.  Häufig ist die ganze Familie  in unserer hausärztlichen Behandlung, sodass wir die sozialen Hintergründe der Patienten mitbekommen und in der Regel erfahre ich auch, was meine verordnete Therapie bewirkt hat.  In Zukunft finde ich es reizvoll, mein eigener Chef zu sein und nicht mehr den hierarchischen Strukturen im Krankenhaus zu unterstehen.

Das Manko an der Weiterbildung ist, dass man sich, wenn man eine möglichst breite Weiterbildung bekommen möchte,  immer wieder neu bewerben muss. Als  BewerberIn, der/die nur 6 Monate in einer Abteilung arbeitet, ist man aber primär uninteressant. Niemand stellt jemanden ein, der, nachdem er eingearbeitet ist,  wieder geht.  Von daher ist es wünschenswert, dass in einem Verbund die Möglichkeit der Rotation besteht.  Auf diese Weise erhalten künftige Weiterbildungsassistenen eine vielfältige Ausbildung und darüber die Sicherheit, die Ausbildung  ohne Unterbrechung  zu absolvieren.  Darüber hinaus sollte die Vergütung, insbesondere in den Praxen,  an die Grundgehälter der Assistenten in der Klinik angelehnt sein, sodass sich auch eine finanzielle Sicherheit ergibt."